STEFAN MORITZ BECKER

 

Atelier

Sundial IV (Ein Tag im August)

Metropolitan Avenue, Brooklyn/ New York. 1989
Boden- und Wandgemälde

 


Die schwarzen Formen (Eitempera mit Beinschwarz) des Bodengemäldes beziehen sich auf die Projektionen des Sonnenlichts in das 150 qm große, fast quadratische Atelier. Zu jeder vollen Stunde ergibt sich ein Satz von gemalten Formen, auf dem Boden sind es Parallelogramme, die wie fiktive Schatten an den realen Projektionen des weißen Sonnenlichts zu hängen scheinen. Das sich ergebende Boden- und Wandbild scheint konstruktiver Malerei verwandt zu sein, ist aber ganz im Gegensatz dazu das Abbild eines Naturprozesses, der Wanderung des Sonnenlichts, auf dem Atelierboden. Die aus den sich fortlaufend ändernden Projektionsrichtungen des Lichts ergebenden nur scheinbar perspektivischen Linien lassen zusätzlich auch noch den vollkommen ebenen Boden dem Anschein nach "durchhängen". Die realen Licht- und die gemalten Schattenformen ergeben zusammen ein sich ständig wandelndes, musikalisch anmutendes, rhythmisches Feld.

 


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