STEFAN MORITZ BECKER

 

Kunst am Bau

Sommersonnwende

Aula der Grund- und Hauptschule München Moosach
Ausführung: Sommer 1998
Natursteinboden mit Intarsien


Bei der Bodengestaltung handelt es sich um Intarsien aus drei Sorten von Naturstein. In die quadratisch gerasterte Grundfläche des Steinbodens der Schulaula aus gelblichem bayerischen Jura-Kalk sind Formen aus schwarzem spanischen Granodiorit und aus weißem Lasa- Marmor eingelegt.
Die weißen Formen, gestauchte Kreise bzw. Ellipsen, die sich auf die Lichtkegel des durch drei kreisrunde Oberlichten eintretende Sonnenlichts beziehen, halten den Sonnenstand um jeweils 11.15, 12.15, 13.15, 15.15 und 17.15 Uhr fest.

Die schwarzen Streifen stellen die Schatten einzelner senkrechter Fensterstreben dar. Die hier aufgezeichneten Uhrzeiten stehen für 9.15, 10.15, 11.15, 14.15, 16.15, 18.15 und 19.15 Uhr. Die Parallelen stehen immer für die gleiche Uhrzeit. Der Zeitraum der (längsten) Sonnenbelichtung der Aula wird durch die kürzesten, morgens um 9.15 Uhr, und die längsten Schattenstreifen abends um 19.15 Uhr abgesteckt.
Der Zeitpunkt der eigentlichen Sonnwende für diesen Ort, also München, ist in 3 weißen Ellipsen um 13.15 Uhr festgehalten: gleichzeitig der Zeitpunkt der kürzesten Schatten am 21. Juni 1998.
Im Ablauf des Jahres können die Schulkinder, wenn die Sonne scheint, auf dem 210 qm großen Bodenbild spielerisch verfolgen, wann die Sonnenflecken und Schatten auf die sie entsprechenden Formen treffen, wie die Schatten länger werden und sich fortwährend auf dem Boden das Schattenbild gegen das Steinbild verschiebt. Nur an einem Tag im Jahr stimmt es überein: zur Sommersonnwende.
 


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